Themen 2018

Folgende Themen werden 2018 von Teddy Schwarzohr angesprochen:

  1. Wichtige gesundheitspolitische Themen für Familien und Kinder müssen klar formuliert werden.
  2. Alle Kinder müssen im Kassensystem gerecht versorgt werden, unabhängig von Beruf und Wohnort der Eltern.
  3. Alle Kinder sollen rezeptgebührenfrei sein (die meisten Medikamente, die wir verwenden sind ohnehin billig).
  4. Alle Impfungen, die wir empfehlen sollen gratis sein und die Impfempfehlungen der umgebenden Länder sollen harmonisiert werden.
  5. Wir sollten nicht nur Geld in die Versorgung von Frühchen auf Intensivstationen investieren, sondern sie auch danach so fördern, das sie eine faire Chance auf ein glückliches Leben haben.
  6. Wir sollten auch ermöglichen, dass Kinder mit besonderen Bedürfnissen all Therapien, die notwendig sind unkompliziert im Kassensystem zu erhalten (auch wenn sie Teddy Schwarzohr gar nicht kennen).
  7. Wir sollten Einrichtungen wie sie Teddy Schwarzohr fördert (Herzkinder Haus in Linz, ReKiZ-Musiktherapiegarten in Salzburg, Astrid Lindgren Schule für chronisch kranke Kinder in Breitenfurt, und hoffentlich auch unsere barrierefreien Parkanlagen) ernst nehmen und unterstützen!
  8. Wir sollten die medizinische Versorgung von Kindern selbstbehaltsfrei gestalten!
  9. Man muss dringend überdenken, ob das alte Abrechnungssystem wirklich noch den Anforderungen der Zeit entspricht. Da meine ich wirklich nicht, dass ÄrztInnen mehr verdienen sollen, sondern dass der Pauschalbetrag pro Kopf dazu führt, dass Kinder und chronisch kranke PatientInnen, die eben viel mehr Ordinationskontakte pro Quartal haben, sehr oft durch den Rost fallen. Das ist wirklich sehr vorsichtig ausgedrückt, denn die beliebtesten Patienten benötigen eben nur ein Rezept, eine Überweisung oder einen Krankenstand. Das führt zu unglaublichen Problemen. Nimmt man die Krankenstände sehr genau verlieren sich die verärgerten Patienten. Kümmert man sich gerne um Kinder und chronisch Kranke, ist man wirtschaftlich nicht lebensfähig. Ein Vorschlag wäre, dass man sich den Scheinwert erarbeiten muss. Z.B. durch klinische Untersuchung, Blutdruckmessen, Befundbesprechung, … Also je höher die Qualität der Betreuung, desto näher kommt man dem maximalen Scheinwert. Krankenstände hingegen sollten als nicht medizinische Leistung unhonoriert bleiben, das würde auch die Anzahl der Krankenstände reduzieren. ein anderer Vorschlag wäre, die Krankenstände an die Chefärzte der Versicherungen zu delegieren. Auch Fachärzte dürfen nicht “krankschreiben” – warum machen das nur Praktiker??? Die Hand die dich füttert sollst Du nicht beißen! Daher ist es in der Regel kein Problem eine Krankenstands-Bestätigung zu bekommen. Wer da nicht mitspielt bekommt ein großes Problem.
  10. Wir sollten in den Schulen das Bewusstsein wecken, dass chronisch kranke Kinder manchmal nur etwas mehr Zeit benötigen, um ein gutes Lernergebnis zu erreichen!
  11. Außerdem sollte man ein sehr wichtiges standespolitisches Thema ansprechen. Kinderheilkunde wird als kleines Fach betrachtet und bekommt im Turnus gerade einmal 3 Monate Ausbildungszeit. Wie soll man da den Umgang mit Kinder und die Diagnostik und Therapie der speziellen Erkrankungen erlernen? Es gibt immer weniger KinderärztInnen mit Kassenverträgen, daher landen die Kinder in den Allgemeinordinationen. Da sind natürlich alle überfordert und so ist die Frequenz der Spitalsambulanzen viel zu hoch und die Anzahl der Fehldiagnosen unüberschaubar. Kinderheilkunde ist kein kleines Fach, es ist eigentlich die Königsdisziplin wahrscheinlich noch mehr als innere Medizin und geht fließend in Familienmedizin über. Pädiatrie umspannt alle Erkrankungen von Kopf bis Fuß und muss zusätzlich noch die “chamäleonartige” Präsentation der Krankheitsbilder in allen Schattierungen berücksichtigen – vom zartesten Frühchen bis zum jungen Erwachsenen. Daher sollte in der Basisausbildung das Zeitfenster genau so groß wie das der inneren Medizin sein. Richtige KinderärztInnen sind dann SpezialistInnen mit einer Spezifizierung auf die raren Sonderthemen der Kinderheilkunde. Im medizinischen Alltag hingegen ist eine fundierte Basisausbildung unumgänglich, damit das Spitalsystem wirklich entlastet wird.